Verwunderung über Zählstellen – Masterplan Radverkehr

Bild Eltern für radelnde Schüler: Grau= Zählstellen der Stadt, Orange=Zählstellen EfrS

Aus dem Gea: der Den ersten Besuch hatten die Eltern für radelnde Schüler in Reutlingen (EFRS) Baubürgermeisterin Ulrike Hotz im Rathaus bereits vor Ostern abgestattet.

Damals überbrachten sie die ersten 400 Unterschriften von Eltern, die sich sichere Radwege für ihre Kinder in Reutlingen wünschen. Zwischenzeitlich sind über 500 Unterschriften zusammengekommen. Eine Online-Abfrage für Schüler läuft noch bis Ende Juli, wie die Initiative wissen lässt.

All das soll bestenfalls in den sogenannten Masterplan mit einfließen, der Reutlingen zur (E-)Bike-City mit radfreundlichen, möglichst sicheren Wegen machen will und nach den Sommerferien im Gemeinderat vorgelegt werden soll. Mit am Tisch saß beim zweiten Treffen auch Stefan Dvorak, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung, der federführend am Masterplan arbeitet. »Der direkte Kontakt ist mir wichtig«, unterstrich Hotz gleich bei der Begrüßung, bevor sie sich schon wieder verabschiedete. Bei ihr rennen die Eltern mit ihrem Anliegen aber tatsächlich offene Türen ein, wie sie erneut versicherte.

Die von der Stadt festgelegten zentralen Punkte können die Eltern derweil nicht wirklich nachvollziehen, wie Sprecher Marco Wolz kritisierte: »Wir können uns nicht erklären, wie diese Zählstellen zustande gekommen sind.« Man habe sogar den Eindruck, dass man die Schüler vergessen habe.

Nach Meinung der Elternschaft liegen die stark frequentierten Schülerrouten und »starken Knotenpunkte« nämlich anderswo, hauptsächlich um die Schulen herum, wie sie Hotz und Dvorak per Zählstellen-Vergleich klar machten. Entsprechend wurden die ihrer Meinung nach zentralen Punkte und viel befahrenen Schulwege genauer angeschaut und die Radler auf der Strecke gezählt. »Schüler sind die Hauptradfahrer der Stadt und damit die größte Zielgruppe«, betonten sie.

Sicherheit sollte über allem stehen, die Schulwegepläne im Masterplan identifiziert sein. »Wir wollen reiz- und konfliktarme Radwege für die Kinder«, forderte die Gruppe. Denn die Jüngsten seien zweifelsfrei mit kritischen Verkehrssituationen schnell überfordert. »Der Spaß am Radeln soll bestehen und attraktiv bleiben. Nur so wird das Auto auch später stehen gelassen und der Autostadtverkehr minimiert«, blickte Jeanine Hirschburger in die Zukunft.

Schnelle und sichere Lösungen

Dem Gemeinderat will die Verwaltung mit dem Masterplan einen Zehnjahresplan vorlegen, ließ Dvorak wissen und verwies auf Karlsruhe, wo (sicheres) Radeln in der City schon lange eine Selbstverständlichkeit ist. An »einfachen Stellen« in der Innenstadt sollen schnelle, sichere Lösungen gefunden und Radfahrer bevorzugt werden, versprach er. Ziel sei es, jährlich »ein Arbeitspaket zu schaffen und beschließen lassen«.

Während man in der Charlottenstraße noch in diesem Jahr Lösungsansätze für sichere Radwege schaffen könne, wolle man die Honauer Bahntrasse – also die Schnellverbindung von Haupt- zum Südbahnhof – 2018 anpacken. Mit der Bahn sei man bereits im Gespräch. Im Masterplan werde aber durchaus zwischen Alltags- und Freizeit-Radelverkehr unterschieden. »Das sind unterschiedliche Verkehrsteilnehmer«, glaubt Dvorak. Nicht alle am Tisch konnten dem zustimmen.

Rund fünf Euro seien derzeit pro Einwohner und Kopf im Haushalt für Radin-frastruktur eingestellt, ließ Stefan Dvorak wissen. »Weit über eine halbe Million Euro, die lohnt.«

[Eigene Anmerkung:]

Geld ist nicht der ausschlaggebende Faktor für eine sichere und durchgängige RadRouten!

Eltern für radelnde Schüler treten ein für:

Ein Netz von durchgängigen, radbevorrechtigten Nebenstraße (=Fahrradstraßen)
Damit Schüler selbständig und sicher Reutlingen beradeln können:
– Von der Oststadt zum Freibad
– Von der Römerschanze zum Hallenbad
– Von Eningen zur Eishalle
– Vom Ringelbach zum Berufschulzentrum

Fahrradstraßen sind sicher und attraktiv sowie schnell und kostengünstig umsetzbar!

Link zum PDF: Prioritäre Maßnahmen gefordert im Masterplan-Radverkehr

Link zum PDF: Zählergebnisse an SchülerRouten – SchülerUmfrage „Wo fahre ich gerne“

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